Fabiana Rutsch
Einführungswoche, der erste Schock.
Niederländische Verhaltensweisen scheinen gewöhnungsbedürftig bzw. so ganz anders und das wo wir doch Nachbarn sind. Zweifel die richtige Entscheidung getroffen zu haben? Keine.
Studienbeginn. Chaos. Verwirrung. Ueberforderung oder eher Unterforderung?
Die Niederländer ticken wirklich anders. Positiv denken, locker bleiben und sich an den Dingen festhalten die besonders gut erscheinen: Dozent-Schüler-Verhältnis zum Beispiel, sonst Nervenzusammenbruch. Man ist doch etwas Anderes gewohnt, auch wenn man das bisher nicht dachte oder nur verdrängte.

Gruppenarbeit gehört zum Alltag und muss bewältigt werden. Wer nicht teamfähig ist, Kritik einstecken und vernünftig geben kann scheitert. Und von den Studenten wird zwar erwartet, dass diese sämtliche Deadlines einhalten und immer überall perfekt vorbereitet sind. Beim zweiten Hinsehen wird einem dann doch klar, dass man es gar nicht so schlecht getroffen hat, denn hier wissen die meisten Dozenten sehr wohl noch, dass sie auch nur Menschen sind, auch sie Fehler machen und es manchmal eben doch wichtigere Dinge im Leben gibt als ihre Vorlesung.
Denn meiner Erfahrung nach geht es ihnen wirklich hauptsächlich darum, dass wir unseren Weg zu gehen lernen. Und bei allen Schwächen, die sie haben mögen, ist das eine Stärke, die mir persönlich wesentlich wichtiger ist.