Wassermacher auf Haiti eingetroffen (19/02/2010)

Leo Groendijk, Dozent Wassertechnologie lieferte vorige Woche die erste Ladung von acht transportablen Trinkwassermacher an verschiedene Hilfsorganisationen und Hilfsposten in Haiti ab. In kommenden Monat soll die zweite Fracht in das, vom Erdbeben erschütterte Gebiet zugestellt werden.

Am 4. Februar ging Leo mit acht transportablen Wassermachern nach Haiti. Die Reise verlief, trotz der Hilfe von World Servants, der Dominikanischen Republik sehr mühevoll, aber nach zwei Tagen kam er dann in der Hauptstadt Port au Prince an.

„Während meines Aufenthalts, in einem der Hilfscamps an der Grenze zu Haiti übertrug ich schon mal 3 der Wasserfilter an die Stiftung Societe Sociales Iglesias Dominicas", erzählt Leo. „Das ist eine Hilfsorganisation aller Kirchen der Dominikanischen Republik, die dreimal pro Woche einen Hilfskonvoi nach Haiti schickt. Ich habe an drei Techniker der Stiftung die Funktionsweise der Apparate erklärt."

 

In Port au Prince angekommen wurde Leo der Ernst der Katastrophe immer deutlicher. „Die Anzahl der zerstörten Gebäude war enorm und überall waren Menschen dabei, brauchbares Baumaterial aus den Trümmern zu holen, um ein neues Unterkommen aufzubauen. Auf den Strassen lagen Berge Abfall, floss Abwasser, verbreitete sich ein penetranter Gestank und viele, ganz viele Menschen, die auf der Strasse, in diesem stinkenden Schutt leben müssen." 

 

leo groendijk in haiti

 

6000 Brötchen

Leo wurde in einem Militärzelt auf dem ENAM Komplex untergebracht, einem Schulkomplex der Slums La Saline. Hier wurden ungefähr 900 Schüler (von 4 bis 18 Jahren) unterrichtet. „Der gesamte Komplex ist verwüstet und später geplündert. Das Einzige was noch intakt ist, ist die Schulbäckerei, die vor Jahren über ein niederländisches Hilfsprogramm ins Leben gerufen worden war."

 

In dieser Schule sind rund 100 ältere Kinder bei der Katastrophe umgekommen. Das Glück im Unglück war, dass das Beben gegen halb fünf stattfand, als die meisten Kinder schon zuhause waren. „In der Bäckerei werden täglich 6000 Brötchen gebacken für Schulen in der Umgebung. Dort habe ich, zusammen mit ein paar Technikern der Schule einen Wassermacher installiert und den Gebrauch erklärt. Die ENAM Leute werden noch zwei weitere Filtersysteme in zwei weiteren Schulen in Petion Ville platzieren, einem Stadtteil an der Südseite von Port au Prince."

 

Mehr Wassermacher

Die zwei anderen Wasserfilter werden in Baptist Haiti Mission (BHM) einem Dorf im Norden von Port au Prince untergebracht. Hier befindet sich ein Hilfsposten, mit einem Krankenhaus und einer Reihe Schulen. Das Krankenhaus hat eine Kapazität von 100 Betten, obwohl derzeit 400 Menschen dort behandelt werden. Man arbeitet dort 24Stunden am Tag, geflüchtete und verwundete Opfer der Katastrophe zu versorgen. „BHM möchte bald noch mehr Wasserfilter einsetzen, die in der zweiten Ladung innerhalb des kommenden Monat hier eintreffen sollen."

 

Inzwischen gibt es auch eine Bitte der Stiftung ‚Kinder in Haiti's Schulen'. Sie begleiten 5 Schulen im Süden von Port au Prince und haben ein dringendes Bedürfnis nach sauberem Wasser. Insgesamt werden fast alle Wasserfiltersysteme in Schulen von Hilfsstiftungen und Hilfsposten installiert, die täglich Kontakt mit niederländischen Vertretern haben. „Persönlich finde ich das sehr wichtig, damit kann ich einschätzen, was mit dem System passiert und überblicken, wo noch mehr Bedarf ist. Ausserdem bin ich so leichter erreichbar bei Fragen oder eventuellen Problemen."

 

Nach einer Reise von 3,5 Tagen und einem 24stündigem Aufenthalt in New York, wegen starkem Schneefall kam Leo mit einem zufriedenen Gefühl nach Hause zurück. „Jetzt kann ich mich weiter um die nächste Serie Wassermacher kümmern. Dank aller Spenden können fast 20 Filtersysteme nach Haiti. Und 20 mal 600 Liter macht 12.000 Liter sauberes Wasser am Tag. Ich möchte mich gerne bei allen für die Unterstützung und die Spenden bedanken."

 


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